Was ist das Heiligenkreuzer Glockenspielfest?
Jedes ersten Wochenende im August findet seit 2003
das "Heiligenkreuzer Glockenspielfest" statt. Die Heiligenkreuzer Glockenspielfeste begeisterten in den Vorjahren weit über 1000 Konzertgäste. Inzwischen gibt es eine exzellente CD-Aufnahme durch den ORF-NÖ. Die 2004 durchgeführte Erweiterung des Klangumfanges von 37 auf 43 Glocken hat nicht nur die akustische Sensation des Glockenspieles erhöht, sondern erlaubt auch, ein größeres Repertoire zu präsentieren. Da es in Österreich keine ausgebildeten Glockenspieler gibt, werden die "Heiligenkreuzer Glockenspielfeste" von dem Stadt-Carilloneuer (holländisch: Stadsbeiaardier) von Utrecht, Arie Abbenes, bestritten. Der international renommierte Künstler führt dem Konzertpublikum vor, wie das Glockenspiel ein nuancenreiches und dynamisches Musizieren auf höchstem musikalischem Niveau erlaubt.
PROGRAMM 2008
Samstag, 20.00 Uhr: SOMMERABENDKONZERT
unter Mitwirkung des Posaunen-Quartetts Trombone Attraction
(um 19.30 Uhr Möglichkeit zur Teilnahme an der Komplet der Mönche in der Abteikirche)
Eintritt 12,-€ (Abendkasse).
10,-€ Vorverkauf an der Stiftspforte.600 Plätze im Inneren Stiftshof.
Sonntag, 15.30 bis 17.30 Uhr: PROMENADENKONZERT
In drei jeweils halbstündigen Teilen spielt Arie Abbenes Werke aus dem Bereich der klassischen und der populären Musik.
Der Zutritt in den inneren Stiftshof ist frei.
Information: information(at)stift-heiligenkreuz.at

Das Heiligenkreuzer Glockenspiel mit seinen 43 Glocken ist für Österreich eine absolute Besonderheit!
Im barocken Hornturm des Stiftes Heiligenkreuz befindet sich das zweitgrößte Glockenspiel Österreichs. Es besteht aus 43 Glocken und umfasst mehr als 3 Oktaven. Das Glockenspiel ist mittels Stockklaviatur konzertant bespielbar. Nur das Glockenspiel am Innsbrucker Dom aus dem Jahre 1982 ist größer, es besteht aus 48 Glocken. Hingegen ist das historische Glockenspiel in Salzburg aus dem Jahre 1705 nicht nur kleiner (35 Glocken), es fehlt ihm auch die Klaviatur, sodass es nicht bespielt werden kann.
Bis in die Nachkriegszeit befand sich in dem Turm über dem Eingangstor des Stiftshofes ein imposantes barockes Hornwerk, das auch dem Torturm seinen Namen gab: "Hornturm". Dieses war jedoch im Lauf der Jahrhunderte völlig verkommen und da es als irreparabel galt, wurde es schließlich unter Abt Franz Gaumannmüller (1969-1983) entfernt. Abt Franz ließ daraufhin 1982 von der auf diesem Gebiet weltweit führenden Firma "Koninklijke Eijsbouts" aus Asten in den Niederlanden das heutige Glockenspiel anfertigen und als Nachfolgeinstrument des Hornwerkes im Hornturm aufstellen. Es ist sowohl mit einer Stockklaviatur und einem Pedal, als auch mit einer computergesteuerten Spielanlage ausgestattet.
Die Zisterzienser waren sich über 20 Jahre lang nicht bewusst, dass sich in ihrem Stift seit 1982 das zweitgrößte Glockenspiel Österreichs befindet und dieses Instrument hervorragend für virtuose Konzertvorführungen geeignet ist. Bis 2002 wurde nur die Bespielung mittels einer Mechanik genutzt, die nichts anderes als das "Salve Regina" spielen konnte. Dieser Mechanismus wurde 2002 durch eine computergesteuerte Automatik ersetzt, die seither stündlich - jeweils 10 Minuten vor der vollen Stunde - geistliche Lieder spielt. Doch erst im Frühjahr 2003 wurden die Mönche durch Dr. Walter Grünsteidl darauf aufmerksam gemacht, dass das 3-Oktaven umfassende Glockenspiel noch eine ganz andere Art der Bespielung erlaubt, da es mit einer Stockklaviatur ausgerüstet ist.
Daraufhin fand auf Initiative von Abt Gregor Henckel-Donnersmarck zu Mariä-Himmelfahrt 2003 das erste "Heiligenkreuzer Glockenspielfest" statt. Das österreichweit erstmalige und einmalige Glockenspielkonzert lockte tausend Besucher an. Mit der konzertanten Bespielung durch den holländischen Glockenspielvirtuosen Arie Abbenes kam das qualitativ hochwertige Instrument zum ersten Mal zu seinem gebührenden Recht. Eine mittelbare Folge des Erfolges war, dass Abt Gregor Henckel-Donnersmarck das Glockenspiel, das ursprünglich aus 37 Glocken bestand, im Jahr 2004 um 6 weitere Glocken auf nunmehr 43 erweitern ließ.
Die Tradition des Glockenspielens ist zwar in Holland und im flämischen Raum überaus populär, (noch) nicht jedoch in Österreich. Was ist ein Glockenspiel? Ein Glockenspiel, auch "Carillon" genannt, ist ein Musikinstrument, das aus einer Reihe von Glocken besteht, die von einem Glockenspieler ("Carilloneur", holländisch: "Beiaardier") über eine Klaviatur angespielt werden kann. Es handelt sich um ein vollwertiges Musikinstrument, das ein nuancenreiches, dynamisches und virtuoses Musizieren erlaubt. Das Glockenspiel kann für Konzerte auf höchstem musikalischem Niveau eingesetzt werden.

Die virtuose Bespielung des Glockenspiels findet NUR zum Heiligenkreuzer Glockenspielfest am 1. August-Wochenende statt!
Man kann das Glockenspiel aber täglich hören, allerdings in einer simplen Bespielung mittels einer Anschlagautomatik: Immer 10 Minuten vor jeder vollen Stunde (also 7.50, 8.50, 9.50, 10.50, 11.50; 13.50; 14.50, 15.50, 16.50 und 17.50) spielt das Glockenspiel einfache Melodien von Kirchenliedern, entsprechen der Jahreszeit.
Den Klang dieser stündlichen Spielautomatik kann man aber nicht vergleichen mit dem virtuosen Klangdichte, den das Glockenspiel durch die Bespielung mittels Klaviatur erreicht. Wie gesagt: nur 1x im Jahr beim Glockenspielfest!