Eines Tages versuchte Stefans Schutzengel in seiner ganzen Verzweiflung, so laut zu schreien, dass Stefan ihn hörte. „Stefan, fang an zu beten! Du musst ganz dringend mit Gott reden! Du brauchst seine Hilfe und seinen Rat! Ruf Ihn an!“, so schrie er ganz laut in Stefans Herzen. Stefan schien ihn verstanden zu haben, denn plötzlich blieb er stehen und wurde nachdenklich. „Anrufen!“ murmelte Stefan, „Hilfe und Rat!“ Sein Schutzengel freute sich schon: „Hurra!“ dachte er, „es hat funktioniert! Er hat mich gehört!“. Aber Stefan ging in ein Geschäft und kaufte sich ein Handy und fing an, stundenlang mit seinen Freunden zu telefonieren.
Stefans Schutzengel dachte: „Da hat er mich aber jetzt nicht gut verstanden. Ich will noch lauter rufen!“ Und er rief: „Stefan, fang an zu beten! Denn dann kannst Du Dich an der Liebe Gottes satttrinken, kannst Dich berauschen am Heiligen Geist Gottes!“ Und Stefan seufzte und murmelte: „Berauschen!“, und er rief seine Freunde an und trank mit ihnen am Abend viel Wein. Stefans Schutzengel seufzte auch und probierte es noch einmal: „Stefan! Fang an zu beten! Bete doch um den Heiligen Geist! Denn er ist die Luft, von der Deine Seele lebt! Sie muss ihn einsaugen, ihn, den Atem Gottes, sonst stirbt sie!“ Und Stefan dachte: „Einsaugen!“, und schnippte dem Kellner und bestellte ein Päckchen Zigaretten. „Ach Stefan!“ rief Stefans Schutzengel, „wie sollst Du denn Gott schauen können, wenn Du schon so schlecht hören kannst?“ „Schauen!“, rief Stefan aus. „Freunde, habt ihr Lust auf fernsehen?“
Du lebst heute in einer Welt, die verzweifelt versucht, mit ihrer Technik, mit ihren Produkten, mit ihren Unterhaltungsprogrammen Gott zu ersetzen. Kaum öffnet Deine Sehnsucht ihren Mund, weil sie Hunger hat nach dem Vater im Himmel, stopft ihr die schöne, neue, gottlose Welt irgendein glänzendes Ding in den Mund wie einen Schnuller und sagt: „Hör auf zu schreien!“
Nein! Hör nicht auf zu schreien! Hör nicht auf, nach Gott zu schreien! Lass Dir keine Gottes-Ersatz-Drogen verschreiben! Keine Angst! Du wirst bei Gott nicht zum Verlierer. Denn Gott ist ganz gewiss nicht ärmer als diese armselige neue Welt, die so viele kleine Trösterlein braucht: Für die Einsamkeit zu Mittag das Handygeplapper-Trösterlein. Für die Einsamkeit am Abend das Filmchen-Trösterlein. Für die mangelnde Coolness das Alkohol-Trösterlein. Viele, viele Trösterlein, aber wenig Trost. Nur einer hat die Macht, der Trost zu sein für Dein nach Liebe und Gerechtigkeit schreiendes Herz: Gottes Heiliger Geist! Deshalb heißt er im Evangelium auf Griechisch ho Parákletos - der Tröster.
Herr Jesus, Dich rufen wir an, bitte, gieße Du siedend heiß in unsere kalten Herzen den berauschenden, den wahren Trost, Deinen Heiligen Geist!Damit auch an uns geschieht, Herr, …was durch den Propheten Joël gesagt worden ist: In den letzten Tagen wird es geschehen, so spricht Gott: Ich werde von meinem Geist ausgießen über alles Fleisch. […] Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet. (Apg 2,16-17b.21)