

Wenn Du zur Jugendvigil kommen willst, dann musst Du Dich darauf einstellen, etwas abgefahrenes zu erleben: und zwar im wahrsten Sinn des Wortes: bei der Jugendvigil fahren wir auf eine Begegnung mit Gott ab. Die Jugendvigil reißt Dich heraus aus dem Normalen, Faden, aus dem was alle anderen tun! - Echt abgefahren!
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Eines Tages versuchte Stefans Schutzengel in seiner ganzen Verzweiflung, so laut zu schreien, dass Stefan ihn hörte. „Stefan, fang an zu beten! Du musst ganz dringend mit Gott reden! Du brauchst seine Hilfe und seinen Rat! Ruf Ihn an!“, so schrie er ganz laut in Stefans Herzen. Stefan schien ihn verstanden zu haben, denn plötzlich blieb er stehen und wurde nachdenklich. „Anrufen!“ murmelte Stefan, „Hilfe und Rat!“ Sein Schutzengel freute sich schon: „Hurra!“ dachte er, „es hat funktioniert! Er hat mich gehört!“. Aber Stefan ging in ein Geschäft und kaufte sich ein Handy und fing an, stundenlang mit seinen Freunden zu telefonieren. Stefans Schutzengel dachte: „Da hat er mich aber jetzt nicht gut verstanden. Ich will noch lauter




Was tut man da?
Hallo, lies das, vielleicht hast Du dann auch Lust, zur Jugendvigil nach Heiligenkreuz zu kommen! Das ist immer am ersten Freitag im Monat. Du wirst nicht allein sein: Es kommen so 150 bis 200 Jugendliche. Aber die Sache ist steil: ein intensiver Gebetsabend, den die Mönche gestalten. Ja, in Heiligenkreuz sind nämlich echte Mönche! Und die freuen sich über die jungen Leute, die da immer zusammenströmen.
Du kannst schon um 19.45 Uhr am Abendgebet (Komplet) der Komplet der Mönche in der Abteikirche teilnehmen. Um 20.15 Uhr geht es dann in der Kreuzkirche los: Die Mönche ziehen ein und eröffnen mit einem Stück gregorianischen Choral. Das Latein ist vielleicht deshalb so cool, weil es ziemlich unverständlich ist; die Melodien gehen auf jeden Fall rein!
Dann geht es los zu einer Lichterprozession in die dunkle riesige Abteikirche. Singend ziehen wir dann weiter durch die Klosterräume, den Kreuzgang. Dort wir angehalten und ein junger Mönch liest eine Geschichte vor.

Der Anfang läuft also wie eine Wallfahrt ab: man geht mit Kerzen durch mittelalterliche Räume und betet. Das ist eine gute Einstimmung. Wenn alle wieder in der Kreuzkirche sind, dann geht es weiter mit Lobpreis: inzwischen hat sich eine Band gebildet, wo auch einige junge Mönche mitspielen, einer spielt z. B. Gitarre, einer Violine. Ein Jugendlicher ist sogar Komponist. Die Lieder sind (meistens) mitreißend, einige sind so eine Art katholische "Ohrwürmer".
Dann kommt eine kurze Predigt, bei der Du schwer einschlafen kannst. Manchmal kann man etwas dabei lernen. Vielleicht zündet es sogar bei Dir. Das macht immer ein anderer Priester. Oft spricht auch Pater Karl, der so eine Art Organisator für den Event ist.
Am Schluss gibt es einen Feierlichen Segen, oft auch einen Primizsegen durch einen Neupriester. Dann werden auch andere Jugendveranstaltungen angekündigt, denn es ist ja in und um Wien einiges los! - Komm und sieh!

Du hast die Chance, Gott zu begegnen!
Dann wird es wirklich intensiv: es folgt die eucharistische Anbetung mit der Möglichkeit zu freiem Gebet. Die Jugendvigil ist dazu da, dass Du Gott die Chance gibst, Dich im Herzen zu berühren. Ehrlich: wir trauen ja Gott oft gar nicht zu, dass es ihn gibt, und dass er wirklich auf meiner Seite steht. Bei der Jugendvigil kann er Dir das Gegenteil beweisen. Jesus sagt ja: "Bittet, und ihr werdet empfangen, klopft an un deuch wird aufgetan!"
Eigentlich ist Gott immer schon da! Aber wir vergessen auf ihn. Irgendwie hat Gott ja das Problem, dass er unsichtbar ist. Aber er ist unicht un-wirk-lich, nein, er WIRKT, wenn man ihn lässt. Sein "Problem" ist also mehr DEIN Problem, dass Du nämlich auf ihn vergisst. - Na jedenfalls ist die Jugendvigil wirklich so ein Augenblick, wo man spürt, dass Gott etwas bei mir bewirken kann.
Nachher: Agape im Jugendraum!
Nach der Jugendvigil gibt es noch einen kleinen Imbiss im Jugendraum und eine frohe Begegnung. Da wird es zwar oft eng, aber gemütlich. Wer Zeit hat, kann neue Freunde kennenlernen oder mit einem netten Frater oder Pater von den Zisterziensern sprechen.

Erwachsene dürfen nur als "Chauffeure" kommen!
Erwachsene sollen nicht teilnehmen. Die Jugendvigil zieht nämlich viele fromme Erwachsenen an, aber das ist eine Gefahr für die Jugendlichen: Jugendliche wollen ja unter sich sein; das ist eine psychologische Spielregel. Daher sollen Erwachsene nur kommen, wenn sie Jugendliche "chauffieren". Die jungen Leute brauchen den Freiraum! Ein Bursch hat einmal zu P. Karl gesagt: "Heute bin ich neben einer alten Oma gesessen..." Naja, die "alte Oma" war noch keine 50... aber so fühlen junge Leute eben.
Kluge Erwachsene verstehen das, auch wenn sie liebend gerne mitgebetet hätten. Um die Enttäuschung abzumildern, gibt es im Anschluss an die Jugendvigil ab 22 Uhr bis 7 Uhr morgens (!!!) die Möglichkeit zur »Liturgische Nacht«: Anbetung, Mitternachtsmesse um 23.30 Uhr steht da auf dem Programm. Nach der Jugendvigil gibt es eine Art Schichtwechsel: wenn die Jugendlichen um 21.45 Uhr aus der Kreuzkirche zur Agape strömen, warten draußen schon die Erwachsenen auf den Einlass zur Liturgischen Nacht... Ohne das Gebet der Erwachsenen würde die Jugendvigil nicht funktionieren.

Firmlinge: nur Elite bitte!
Firmlinge können gerne kommen! Aber nur solche, die wirklich wollen und FÄHIG SIND! In manchen Firmgruppen gibt es pubertierende Bübchen und affektierte Mäderl, die absolut noch nicht fähig sind, so lange und so intensiv zu beten und zu singen! Die Pubertät ist eine psychologische Umbauphase, wo die Hormone manchmal verhindern, dass man sich auf Gott konzentrieren kann. Die Mönche bitten daher alle Firmbegleiter, Pfarrer und Kapläne, nur solche fähigen und intelligenten und ausbaufähigen Firmlinge zur Jugendvigil mitzunehmen, die wirklich eineinhalb Stunden Gebet aushalten.
Natürlich gibt es auch die absolut fähigen, coolen und offenen Firmlinge, die sich begeistern können, die nicht dauernd tratschen und blödeln müssen. Die dürfen natürlich charmant mit ihren Freundinnen und Freunden zur Jugendvigil kommen! - Die anderen, die Unreifen haltet uns vom Leib! Denn wir wollen beten! Und wir beten auch für die!
Ach ja: wenn Du monatlich ein Erinnerungsmail wegen der Jugendvigil oder anderer Veranstaltungen erhalten möchtest, maile einfach dem Pater Karl: pkw(at)stift-heiligenkreuz.at...
Für die Jugendlichen wollen wir ausdrücklich »normal« sein in unseren Gebets- und Gottesdienstformen und trotzdem die Schönheit voll zum Ausdruck bringen, die in der katholischen Liturgie liegt. Die Jugendvigil soll eine Schule des Gebets sein und einen Raum bieten, wo Gott einen anrühren kann. Kurz: Die Gestaltung ist so, dass sie zu uns Mönchen passt und dennoch jugendgemäß ist. Weil es um eine Gebetsschule geht, ist die Jugendvigil eben keine Eucharistiefeier, sondern der Lobpreis und die eucharistische Anbetung stehen im Mittelpunkt.
Daneben ist uns die Hinführung zur Beichte ganz wichtig. Wir bieten Beichtgelegenheiten an, und die heutigen Jugendlichen sind total offen für die Beichte, beichten ganz offen und ehrlich, wenn man sie dazu hinführt. Wir brauchen immer mehrere Beichtväter. Wichtig ist uns, dass wir als Gemeinschaft wahrgenommen werden. Die Jugendvigil ist daher nicht die Sache des Jugendseelsorgers, sondern des ganzen Konventes.
Pater Karl, Jugendseelsorger
pkw(at)stift-heiligenkreuz.at